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Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt weiterhin vor großen Risiken bei europäischen Banken


Die Finanz- und Wirtschaftskrise mit einem zeitweilig drohenden Kollaps des weltweiten Wirtschafts-, Finanz-, Börsen- und Bankensystems ist noch keine 6 Jahre her und noch immer befinden sich die europäischen Banken in einer äußerst kritischen Situation. Der Chefökonom der weltweit obersten Zentralbank, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), warnt im aktuellen Jahresbericht (http://www.bis.org/publ/arpdf/ar2014e.htm) davor, daß insbesondere konservative Großanleger neue, erhebliche Finanzmarktturbulenzen auslösen können.

Insbesondere in Europa bleibe die Lage angespannt, so der südkoreanische Ökonomieprofessor Hyun Song Shin, Chefsvolkwirt der BIZ. Obwohl die geringen Währungsschwankungen an den Weltmärkten eine trügerische Ruhe und Stabilität suggerieren, hätten einzelne Investoren bereits erhebliche Risiken aufgebaut. Die teilweise enorme Verschuldung der Bankinstitute stellt aus seiner Sicht ein hohes Risiko dar, der Handlungsbedarf sei groß, um die europäischen Banken widerstandsfähiger und ihre Geschäftsmodelle langfristig tragfähiger zu machen.

Der aktuelle Bericht der BIZ zeigt, daß sich außerhalb der Euro-Zone – vor allem in den USA – die Gewinnsituation der Kreditinstitute und damit ihre Wettbewerbsposition in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. im Euro-Raum hingegen sei die Ertragslage vieler Banken aufgrund der weiterhin schwelenden Staatsschuldenkrise und insgesamt schwieriger Konjunktur aktuell und künftig überaus problematisch. Trotz laufender Bilanzchecks der EZB und Einführung der EU-Bankenunion schlummern in den Bankbilanzen vieler europäischer Institute offensichtlich immens hohe Risiken, insbesondere sind große Kapitalpositionen noch immer in Problemanlagen investiert, die bislang nicht oder nicht vollständig abgeschrieben wurden.

Weltweit stocken die Kreditinstitute durch Einbehaltung erwirtschafteter Gewinne ihre Kapitaldecke auf, Risikopositionen werden reduziert. Die BIZ mahnt hierbei jedoch ausdrücklich mehr Transparenz bei der Berechnung der Risikomodelle an, damit künftig das Vertrauen in die Stabilität der Banken weiter gestärkt werden kann.

Ist die Situation der europäischen Geldhäuser schon ausgesprochen schwierig, sieht die BIZ zusätzlich erhebliche Risiken für die weltweiten Finanzmärkte vor allem durch das verstärkt risikofreudige Agieren der bislang weitestgehend konservativen, institutionellen Anleger wie z.B. Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds oder Vermögensverwalter. Aufgrund der extrem niedrigen Zinsen in der Euro-Zone entsteht bei diesen Marktteilnehmern ein enormer Druck, teilweise garantierte Erträge erwirtschaften zu müssen. In der Folge werden immer riskantere Geld- und Kapitalanlagen in die Portfolios aufgenommen. „Aktuell sieht es zwar gut aus, aber es baut sich möglicherweise ein schmerzhafter und zerstörerischer Umschwung auf“, so der BIZ-Experte.

Wird es neben der bereits laufenden Real-Enteignung von Anlagevermögen (Spareinlagen, Tages- und Termingelder) der privaten Anleger nun künftig auch die Vernichtung der Pensionen sowie der über lange Jahre aufgebauten privaten Altersvorsorge geben?

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